Rosenhof

in Bergheim Glessen

Als er Abends auf dem Sofa wieder die Berichte sieht, reicht es ihm. „Wir müssen da hin und etwas tun. Uns geht’s hier gut und wir können dort mit kleinen Mitteln helfen“, sagt er zu seiner Frau. Also organisiert er einen Transporter, startet einen Spendenaufruf im sozialen Netzwerk Facebook und wendet sich am nächsten Tag an die Zeitung mit der Bitte, einen Spendenaufruf zu veröffentlichen. Getreu dem Motto „Net schwaade, wat don“, wie er sagt, während er noch die letzten Windeln im Transporter verstaut. Erste Rückmeldungen auf Hilfsangebote kamen prompt über Facebook, Spenden erreichten ihn zu Hause in Pulheim-Dansweiler. „Doch durch den Aufruf der Zeitung explodierte die Hilfsbereitschaft“, sagt er. Frechener Bürger, Pulheimer, Hürther und Menschen aus Bergheim sowie das Krankenhaus spendeten. „Wildfremde Menschen drückten mir noch 100 Euro in die Hand, um vor Ort noch Wasser, Benzin und Essen zu kaufen und haben Tränen in den Augen“, sagt Kilimann mit stockender Stimme, die verrät, dass ihn die Hilfsbereitschaft überwältigt hat. Seit gestern ist er nun mit seinem Bekannten Guido Jcknat auf dem Weg zur slowenischen Grenzstadt Brezice. „Von dort bewegen wir uns in Richtung der österreichischen Grenze, um die Menschen auf dem Weg zu versorgen.“ Mit dem Nötigsten – warmer Kleidung, Medikamenten, Essen und Schlafsäcken. Dass er bei der Abfahrt fotografiert wird, ist dem Frechener sichtlich unangenehm. Es gehe ja nicht um ihn, sagt er und betont mit Nachdruck: „Humanitäre Hilfe ist keine Heldentat, sondern eine Selbstverständlichkeit.“ Wie es ihm auf der Reise erging, erzählt Kilimann nach seiner Rückkehr.

Bildunterschrift:“Humanitäre Hilfe ist eine Selbstverständlichkeit“, sagt Krankenhaus-Mitarbeiter Mark Kilimann und packt einen Transporter mit Spenden, um Flüchtlingen in Brezice zu helfen.

Von Pamo Roth - Kölner Stadt-Anzeiger

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